Viele Jahre ist es her, seit ich hier angekommen bin...
Es waren die bisher stürmigsten Jahre meines Lebens.

Damals wollte ich ein Leben voller Versprechungen, voller Hoffnung, voller Liebe. Ich dachte, alles würde besser sein, als die verlorenen Jahre bisher. Ich wollte einfach leben, wie jeder andere Mensch auch.

Ich habe meine Familie verloren, zum Teil hab ich mich täuschen lassen, aber ich hab auch die Liebe empfangen, die mir meine Freunde gegeben haben. Die Wärme, Vertrautheit und Nähe, die ich so vermisst hatte und die mir zum Teil auch wieder genommen wurde.

Aber das kostbarste und einzigartigste, was mir dieses Leben gab, war meine grosse Liebe, das perfekte Glück auf Erden. Wir hatten eine Zeit zusammen, in der es nur uns beide gab - ich schwebte vor Glück. Doch ich mußte lernen, meine Gefühle zu verstecken und auch manchmal zu verneinen und musste so erfahren, dass Gefühle auch schmerzhaft sein können. Es ging sogar soweit, dass ich mich selber dabei beinahe verloren hätte. Nichts erschien mir mehr wichtig. Doch nur so konnte ich vielleicht ein neues Glück finden - oder besser gesagt, es fand mich. Und mit ihm kam die Geborgenheit und Sicherheit zurück, die ich schon verloren glaubte.

Doch dann geschah etwas Unerwartetes - alles schien wieder unmöglich und ohne Hoffnung auf eine Zukunft. Es gab eine Rettung, doch diese Rettung hatte die Zerstörung einer anderen Zukunft zur Folge. Meine Gefühle waren aus der Bahn gerissen und warfen mich umher, bis meine letzte Kraft verbraucht war.

Und dann kam die viel besagte Ruhe nach dem Sturm - eine Ruhe, nach der ich mich so gesehnt hatte. Für ein Jahr hatte ich die Zeit und Ruhe, endlich wieder durchzuatmen und zu begreifen was passiert war. So schien der Weg in die Zukunft wieder möglich.

Doch wie es die Ruhe nach dem Sturm gibt, gibt es auch die vor dem Sturm. - Es sollte der Sturm werden, gegen die der erste nur eine Sommerbrise war - ein Orkan, der mein Leben endgültig und unwiderruflich erneut und für immer verändert hat.