Es
ist Montagmorgen, über dem Ort liegt schläfrige Stille.
Hinter dem unverputzten Giebel einer alten Scheune mit dreierlei
verschiedenen Dachziegeln wiegt sich eine mächtige Linde im
Herzschlag dieses Tages.
Sie ist größer als die gegenüberliegenden Buchen am Bach.
Sie ist stärker als die mit Moos bewachsenen Ahornstämme im
flachen Wasser der Felda und sie ist unendlich stolz ihrer Würde.
Denn sie alleine hat noch ihr sommerliches Blätterkleid, grün,
wie vor Wochen bis hoch hinan zum außen liegenden Geäst.
Die Linde triumphiert über ihre Verwandten, sie erhebt sich
mit ihrem urwüchsigen Schopfe über die Zeit.
Buche,
Ahorn und Esche sind bereits nackt.
Hölzern, von der Herbstsonne ausgetrocknet purzeln ihre letzten
Kleidungsstücke zu Boden.
Stakend gakelig ragen ihre freudlosen Zweige in den kühlen Frühnebel
dieses 21.Oktober.
Der sanfte Wind streift durch sie hindurch, bewegungslos.
Die Veränderung greift um sich.
Doch nicht schonungslos.
Ein Stück weit noch, bis zu den nahenden Herbststürmen aus Nordost
lebt die Erinnerung in der Linde, die Zukunft in Buche Esche
und Ahorn, eine traurige und glückliche zugleich.
Eine
gute Woche wünscht Dir der
Gutenmorgensonnenstrahl