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Der Gutemorgensonnenstrahl

 

Veränderung



Francisco José de Goya

Es ist Montagmorgen, über dem Ort liegt schläfrige Stille.
Hinter dem unverputzten Giebel einer alten Scheune mit dreierlei verschiedenen Dachziegeln wiegt sich eine mächtige Linde im Herzschlag dieses Tages.
Sie ist größer als die gegenüberliegenden Buchen am Bach.
Sie ist stärker als die mit Moos bewachsenen Ahornstämme im flachen Wasser der Felda und sie ist unendlich stolz ihrer Würde.
Denn sie alleine hat noch ihr sommerliches Blätterkleid, grün, wie vor Wochen bis hoch hinan zum außen liegenden Geäst.
Die Linde triumphiert über ihre Verwandten, sie erhebt sich mit ihrem urwüchsigen Schopfe über die Zeit.
Buche, Ahorn und Esche sind bereits nackt.
Hölzern, von der Herbstsonne ausgetrocknet purzeln ihre letzten Kleidungsstücke zu Boden.
Stakend gakelig ragen ihre freudlosen Zweige in den kühlen Frühnebel dieses 21.Oktober.
Der sanfte Wind streift durch sie hindurch, bewegungslos.
Die Veränderung greift um sich.
Doch nicht schonungslos.
Ein Stück weit noch, bis zu den nahenden Herbststürmen aus Nordost lebt die Erinnerung in der Linde, die Zukunft in Buche Esche und Ahorn, eine traurige und glückliche zugleich.

Eine gute Woche wünscht Dir der
Gutenmorgensonnenstrahl

 

 

 

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