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Die vier Edlen Wahrheiten

Das Lebensrad:   Der 3. Kreis Die Welten  
  • 1. Der Bereich der Hölle
  • 2. Der Bereich des Hungrigen Geistes
  • 3. Der Bereich der Tiere
  • 4. Der Bereich der Menschen
  • 5. Der Bereich der eifersüchtigen Götter
  • 6. Der Bereich der Götter
Der 4. Kreis (=Außenkreis)  ANFANG      
     Der Weg
      • Vollkommenen oder rechten Schauung.
      (Der zweite ist der Pfad der Verwandlung. Ihm sind die übrigen sieben Kettenglieder zugeordnet)
      • Vollkommene oder rechte Emotion
      • Vollkommene oder rechte Rede
      • Vollkommenes oder rechtes Handeln
      • Vollkommene oder rechte Lebensweise
      • Vollkommene oder rechte Bemühung
      • Vollkommene oder rechte Achtsamkeit
      • Vollkommene oder rechte Konzentration (Meditation)
 
    Was ist Buddhismus?
Ganz global ist es eine Religion, die im 6. Jahrhundert vor Christus im nördlichen Vorderindien ins Leben gerufen wurde. Der Name des Religionsstifters war Siddhattha oder auch Gautama. Er wurde um 560 v. Chr. in Kapilawatthu geboren und wuchs als Sohn eines Fürsten im Vorland des nepaleisischen Himalayas auf.

Mit 29 Jahren zog er von seinen Eltern und seiner Frau, mit der er einen Sohn hatte, fort, da ihn das Leben mit der Üppigkeit und dem Luxus, wie es in seiner Schicht geführt wurde, nicht als das Wahre erschien. Auf seiner Suche nach Erlösung wurde er erst zum Bettelasket, und zog als solcher sieben Jahre durch die Länder. Dabei fast verhungert und schon im Sterben liegend spürte er, daß ein solches Leben nicht die Erleuchtung herbeiführen kann und er begann sich wieder zu regenerieren, nahm Nahrung auf und wurde gesund.

Im Nachdenken über die Welt und die Geschehnisse fand er dann im Schatten unter dem legendären Feigenbaum sitzend Erleuchtung. In diesem Zustand deckte er die Bedingungsfaktoren menschlichen Daseins auf. Seine Einsicht in die Entstehung von Leid und dessen Auflösung teilte er fünf Freunden und Mitgliedern seines Asketenordens mit und gründete seinen neuen Orden. Gemeinsam zogen sie werbend und lehrend durch Nordindien, wo Siddhattha in Kusinara um 480 v.Chr. starb.

Im späteren Verlauf und der Entwicklung der buddhistischen Religion teilten sich viele Gruppierungen von den Kernaussagen und der Grundphilosophie ab. Geschichten um die Geburt und das Sterben von Buddha wurden erfunden. Sein Leben und der Vorgang der Erleuchtung wurden ausgeschmückt. Grund hierfür war sicher die Konkurrenz zu den anderen Religionen, mit denen es der Buddhismus aufnehmen mußte. Der zum Beispiel sehr farbenprächtige Hinduismus. Den neuen Mitgliedern mußte etwas in die Hand gegeben werden, um auch ihre Religion in das begreifbare Leben mit einzubringen (z.B. das Vajra).


    Die Philosophie des Buddhismus kennt als Kern die vier edlen Wahrheiten:
1.)  Leiden
2.)  Die Wahrheit von der Entstehung des Leidens aus dem selbstsüchtigen Begehren oder dem »Durst«, unserem eigenen wie auch dem Anderer.

3.)  Die Wahrheit vom Aufhören des Leidens, das heißt vom völligen Erlöschen des Leidens, das gleichbedeutend ist mit Erleuchtung, Buddhaschaft.

4.)  Die Wahrheit von dem Weg, der zum Aufhören des Leidens führt. Der edle Achtfältige Pfad.

 

Im Buddhismus werden diese vier Punkte gleichsam symbolisch dargestellt und charakterisiert:
 
 
    • 1 + 2
durch das Rad des Lebens 
durch den Buddha oder das Mandala der fünf Buddhas
durch das Bild des Weges oder des Spiralpfades
 

Dies sind die drei großen Symbole im Buddhismus, die nun im einzelnen aufgeführt werden sollen. Es ist allerdings dabei zu beachten, das Buddhismus, wie jede andere Religion auch, nicht als ein theoretisches Konstrukt verstanden werden soll, sondern gelebt und erfahren werden muß.


    Das Lebensrad
Die Ursprünge des Lebensrades als Symbol der Buddhistischen Sicht weltlicher Existenz liegen in der Frühzeit des indischen Buddhismus. Mit seiner Hilfe können wir einen ersten Eindruck der Buddhistischen Lehre erfahren.

Wichtig ist hier, nicht den Verstand als letzte Konsequenz zu sehen, sondern als ein Werkzeug, mit dem wir unsere Bewußtheit aufschließen. Im Japanischen bedeutet das Wort für VERSTEHEN (wakaru) eigentlich getrennt.

Denn um etwas mit dem Verstand erfassen zu können, benötigen wir immer drei Ebenen:

1. Die subjektive Wahrnehmung, mit der ich mich erkenne.
2. Die objektive Wahrnehmung, mit dem ich das du erkenne.

3. Die Beziehung welche zwischen beidem wirkt und ein Verständnis erst ermöglicht.

Erkenntnis ist der Abstand zwischen dem Subjekt und dem Objekt. in der Kabbala heißt es dazu: Ehejeh ascher Ehejeh. Ich bin (Subjekt) der ich bin (Objekt).

Und so heißt es im Islam: Ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden; also erschuf ich die Welt.  

    Das Lebensrad besteht aus vier konzentrischen Kreisen.

1.Kreis
In der Mitte, der Narbe, wo die treibende Kraft ansetzt, sind ein Hahn, eine Schlange und ein Schwein abgebildet. Die drei Tiere beißen sich in die Schwänze. Dies soll den engen Zusammenhalt zwischen den einzelnen Eigenschaften, welche die Tiere verkörpern, andeuten.

Der Hahn: Er steht für Gier und die neurotische Begierde. Das Verlangen, Dinge zu besitzen, um sie zum Teil seiner eigenen Persönlichkeit zu machen (Identitätssicherung). Wenn diese Gier unbefriedigt bleibt, kann eine Begierde nach Nicht-Sein entstehen, erwachsen aus dem Gefühl alles Begehrenswerte niemals bekommen zu können.

Auch steht er für Begierde nach Liebe, Anerkennung, Bewunderung und für Bedürfnisse wie Sexualität.

Die Schlange: Sie steht für Haß. Wir hassen, was wir als Bedrohung unserer Ich-Gefühle ansehen. Haß wird meist an unbelebten Dingen ausgelassen, richtet sich aber oft gegen Lebewesen, Menschen.

Das Schwein: Es symbolisiert die Verblendung. Wir weigern uns oft, uns einer weitere Perspektive von Wahrheiten zu öffnen. Die Ge-fahr, dabei das Ich zu verlieren führt zur Angst und Bodenlosigkeit. Die Furcht vor dem Ich - Tod läßt uns an der Person klammern.

Gier, Haß und Verblendung halten also das Rad in Bewegung. Um aber von der kreisenden zu einer aufsteigenden Bewegung zu gelangen, muß man die drei Eigenschaften in andere Qualitäten umwandeln. Diese sind Großzügigkeit, Freundlichkeit und Geistesklarheit. Letztere führen vom Rad weg und den Spiralenpfad der Evolution hinauf.


2.Kreis
Der zweite Kreis setzt sich aus zwei Halbkreisen zusammen. Der eine ist schwarz. In ihm stürzen von Dämonen verfolgte Lebewesen hinab. Die andere, weiße Hälfte ist von den aufsteigenden, verdienstvollen Wesen angefüllt. Sie haben sich mit Meditation, der Verehrung des Buddhas und durch Mildtätigkeit ausgezeichnet.



3. Kreis
Der dritte Kreis ist in sechs Ebenen unterteilt.

 
  • Unten ist der Höllenbereich abgebildet. Er wird von dem Totenrich-ter YAMA regiert. In seiner Hand hält er einen Spiegel, in welchem er die Taten der Toten sieht, welche vor ihn treten.
  • Links unten befindet sich das Reich des hungrigen Geistes. Was hier von den Wesen getrunken wird, verwandelt sich in Feuer. Die Speisen in Schwerter.
  • Rechts unten ist die Welt der Tiere abgebildet. Ihr Schicksal ist es, von den Menschen gejagt und getötet zu werden.
  • Links oben ist die Menschenwelt mit alltäglichen Besorgungen.
  • Rechts oben sind die Titanen oder eifersüchtigen Götter. sie sind ständig in Kämpfe verwickelt.
  • Oben ist die Ebene der Götter. Es ist eine Welt von Schönheit und Seligkeit. Was immer sie sich wünschen, findet sofortige Erfüllung.
In jedem der Bereiche ist eine anders Farbende Buddhagestalt abgebildet.
 
Bereich Farbe Aspekte
a Höllenwesen Dunkelblau Gefäß mit Balsam
b Hungrige Geister Rot Krug mit Nektar gefüllt
c Tierwelt Hellblau/Blau  Buch in der Hand
d Menschenwelt Gelb/Orangefarbend Stab und Almosenschale der wandernden Mönche
e Titanen Grün flammendes Schwert
f Götter Weiß Buddha spielt die Laute
 


4. Kreis

Der Außenring besteht aus zwölf zyklischen Gliedern in der Kette des bedingten Entstehens. Stationen, die im Kreislauf von Geburt und Tod durchlaufen werden.

Umschlossen wird Das Rad des Lebens vom Dämon der Vergänglichkeit. Nichts, was bedingt ist, darf zur Ruhe kommen.

Um nun diese sechs Ebenen verstehen zu können, muß man wissen, daß die buddhistische Philosophie fünf Stufen oder Ordnungen des bedingten Geschehens umfaßt.
 

    1.) Physikalisch-anorganische Stufe. Es ist dies die Welt welche von unserer Physik und Chemie umfaßt wird.
    2.)  Organische Stufe. Hiermit ist die Welt gemeint, mit der sich die Biologie befaßt.

    3.) Psychische Stufe. Es ist die Bewußtseinsstufe auf der Bewußtseinsfunktionen unwillkürlicher Art, wie zum Beispiel Sinneserfahrungen manifestiert sind.

    4.) Kamische Stufe. Der Bereich des Wollens.

    5.) Dharma-Stufe. Der Bereich der Transzendens.
Die erste Stufe ist also die der unbelebten Dinge, die sich ihrer hier (nach dem Denken von R. Steiner hat ein Stein zum Beispiel ein Bewußtsein auf einer anderen Welt und nur sein Körper ruht im hier) nicht bewußt sind. In der zweiten Stufe befinden sich die Dinge, welchen eine primitive Sinnesempfindung eigen ist und die einen einfachen Organismus besitzen. Die dritte Stufe ist den Lebewesen mit entwickelten Sinnesorganen und Sinnesbewußtsein zugeordnet. Die vierte wird durch den Menschen besetzt, dem das Selbstbewußtsein eigen ist. In die fünfte Stufe können Menschen gelangen. Es ist die des transzendenten Bewußtseins. Die Unteren Stufen sind jeweils in den höheren enthalten.

Daneben geht der Buddhismus davon aus, daß es zahlreiche Weltsysteme gibt, die geeignet sind, Leben zu tragen. Jedes dieser Systeme umfaßt nach Ansicht der buddhistischen Kosmologie auch viele Dimensionen.

Jede dieser Welten ist in übereinander liegende Ebenen geschichtet, die der evolutionären Stufenfolge entsprechen. (Stufe 1 - Stufe 5)

In unserem Weltsystem ist die unterste Ebene, die des sinnlichen Begehrens. (Stufe 1-3) Sie wird von den freudlosen und leidvollen Bereichen der Wiedergeburt gebildet. Es sind:
 

      • a) Hölle
      • b) hungrige Geister
      • c) Tiere
      • d) Titanen
Die darüber liegende Ebene ist die karmische Stufe und die Dharma Stufe. Es ist die Welt der Menschen und der unteren Himmel. Sie stehen für Sinnes- und Selbstbewußtsein.

Über diesen beiden liegt als nächstes der Himmel der höheren Göt-ter. Hier liegt die Archetypische- und Nichtform vor. Diese Ebene entspricht dem spirituellen und transzendenten Bewußtsein. Hier beginnt die Spirale zur Buddhaschaft.
Die Sphäre der Buddhas liegt jenseits aller Weltsysteme. Sie entspricht dem Aufscheinen des absoluten Bewußtseins.

 
  Buchtips:  

  • Buddha oder die Lust am Alltäglichen - ISBN 3 502 62080 6
  • Umarme deine Wut (und andere) ISBN 3 85936 056 6
  • Was ist Buddhismus ISBN 3 442 12396 8