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Das verzauberte Einhorn
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Es
war einmal ein kleines Mädchen,
Es war heiß, unendlich heiß. Überall war Dürre. Es gab nur braune Wiesen und verdorrte Pflanzen. Das kleine Mädchen hatte großen Durst und suchte nach einen Brunnen. Aber jeder Brunnen, den es fand, war ausgetrocknet.
Da hörte das Mädchen plötzlich ein Wasser rauschen. So schnell es konnte, folgte es dem Geplätscher. Und als es ein Bächlein sah, wollte das Mädchen sofort trinken, aber das Bächlein sprach:
,,Wenn du aus mir trinkst, wirst du ein Drache." Das Mädchen bekam Angst und trank nicht. Aber es war sehr durstig. So ging es weiter und fand wieder ein Bächlein. Das sprach:
,,Wenn du aus mir trinkst, wirst du ein Hase. " Das Mädchen trank wieder nicht. ,,Noch einmal kann ich dieser Versuchung nicht mehr widerstehen", dachte es sich, ,,ich will doch nicht sterben." Dann ging es weiter. Und wieder traf das Mädchen auf ein Bächlein. Auch das konnte sprechen, denn es sagte:
,,Wenn du aus mir trinkst, wirst du ein Einhorn." Aber dieses Mal konnte sich das kleine Mädchen nicht mehr zurückhalten. Es glaubte verdursten zu müssen. Und ohne zu zögern trank es in großen Schlucken das erfrischende Wasser. Plötzlich zuckten Blitze zur Erde und das kleine Mädchen wurde ein Einhorn.
Im gleichen Augenblick sagte die Stimme: ,,Ha, ha, ha! Du hast die Probe nicht bestanden und konntest dich nicht beherrschen. Du wolltest nicht auf mein Bächlein hören jetzt bist du ein Einhorn!
Aber weil ich so gütig bin, sage ich dir, wie du erlöst werden kannst: Jemand muss deinen Namen drei Mal sagen. Erst wenn du drei mal Lucianna genannt worden bist, wirst du wieder ein Mensch."
Das Einhorn stand ganz erschrocken da.
Es wollte kein Einhorn bleiben, denn das Mädchen hatte das Spiel mit seiner Schwester geliebt und sich auf die Feste mit Vater, Mutter Oma und Opa gefreut. Und so lief es ratlos herum.
Da sah es plötzlich ein junges Ehepaar auf Fahrrädern.
Das Einhorn erklärte ihnen, wie sie es erlösen könnten.
Die Zwei rieten herum, aber sie konnten den Namen Lucianna nicht finden. Das nächste, dem das Einhorn begegnete, war ein taubstummer Mann,
der es zwar freundlich streichelte, aber ihm auch nicht helfen konnte. Tage und Wochen durchstreifte nun das Einhorn die Gegend, ohne jemanden zu begegnen.
Aber eines Tages, als es auf der Puszta weidete, sah es die Mütze seiner Schwester: Es war so aufgeregt, dass es nichts mehr tun konnte. Es stand und wartete.
Und bald sah es auch seine Eltern und seine Schwester über die weite Grassteppe kommen. Sie hatten noch immer nicht die verzweifelte Suche nach ihrer kleinen Tochter aufgegeben.
Sie waren schon überall in Ungarn gewesen, aber keiner konnte ihnen helfen.
Als sie jetzt das Einhorn ansprach, erkannten sie nicht die Stimme der Gesuchten.
Doch der Vater hatte Mitleid und bemühte sich sehr. Und weil er dabei immer an seine kleine Tochter dachte, fielen ihm nur Mädchennamen ein: ,,Heißt du Anne, Andrea, oder Berta, Bianca, Barbara oder Dora?" ,,Nein", sagte das Einhorn traurig.
Dann fing die Mutter an die Namen, die sie kannte, aufzuzählen. Und auch sie nannte Namen von Mädchen: ,,Heißt du Lisa, Mirjam, Natalie oder Nadine?" Wieder winkte das Einhorn traurig ab. Da aber erinnerte sich die Mutter an die kleine Tochter, Tränen liefen ihr dabei über das Gesicht und sie schluchzte: ,,Lucianna, ach Lucianna, meine kleine Lucianna!" Und plötzlich zuckten Blitze zur Erde. Und das Einhorn verwandelte sich wieder in das kleine Mädchen.
Nun war die Freude groß.
Vater, Mutter Schwester und das kleine Mädchen Lucianna fuhren zurück nach Hause und blieben von nun an beieinander, so dass sich keines mehr verirren konnte.
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