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Autorin: Margot Bickel

 

Glaube nicht

die Last auf deinen Schultern wird dir zu schwer,

glaube nicht

du wärst zu schwach, die Last anderer noch mitzutragen

 

Du wirst dich wundern

ob deiner Kraft

du wirst dich wundern

wie stark du bist trotz deiner Schwäche

 

Es gibt Momente

da wünschte ich

ich wäre Sonnenstrahlen für dich

Sonnenstrahlen, die deine Hände wärmen

deine Tränen trocknen

Sonnenstrahlen, die dich an der Nase kitzeln

und dich zum Lachen bringen

Sonnenstrahlen, die deine dunklen Winkel

in deinem Innern erleuchten

deinen Alltag in helles Licht tauchen

die Eisberge um dich zum Schmelzen bringen

 

Nur wer sich selbst nicht den größten Platz einräumt

über sich selbst lachen kann

hat Raum genug für andere

kann ehrlicher mit ihnen

lachen und weinen

 

Wie lange hat es gedauert

bis es gefallen ist

das Wort der Versöhnung

die Geste, die Vertrauen weckt

 

Holen wir die versäumte Freundschaft nach

beginnen wir endlich

 

Soviel Zeit haben wir

durch Feindschaft missbraucht

und keiner weiß, wieviel Zeit uns noch bleibt

wiedergutzumachen

Hier ist meine Hand

 

Ein wenig Frieden

in den letzten Stunden

des fast verflossenen Tages

ein wenig Ruhe

zwischen den Tagen

damit das werdende Gestern

nicht in Vergessenheit gerät

und das Morgen zum Heute gelebt wird

 

Brot backen

Brot brechen

Brot teilen

Brot sein

 

Das Leben und die Wellen

haben eines gemeinsam :

sie treiben etwas an

an und spülen etwas anderes weg

denn wenn die Flut kommt

spülen die Wellen die Sandburgen weg

aber sie treiben vielleicht auch ein Stück Holz an

mit dem jemand das Dach seiner Hütte

ausbessern kann

 

Hinter jedem Menschen

steht ein großes Geheimnis

seine Geschichte

sein Weg

seine Umwege

 

dieses Geheimnis

zu ergründen

deines

meines

das Geheimnis

des Lebens überhaupt -

lohnt sich

 

Ich kann einen anderen halten

an der Hand

ein anderer hält mich

an der Hand

am Leben

 

Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeit

erfahren

Enttäuschung ohne jede Selbsttäuschung

ertragen

das Nein mit dem Ja

ersticken

 

Novembernebel

in meinem Kopf

in meiner Seele

Novembernebel

undurchdringlich

schemenhaft

 

Gedanken ruhen

ruhen aus

Ideen bleiben noch undurchsichtig

Absichten unklar

die Sinne ergeben sich einem erholsamen Schlaf

in Erwarung auf die Aussicht

wenn sich der Nebel verzieht

 

Novembernebel

in meinem Kopf

in meiner Seele

 

Auf einer abgelegenen Brücke

kann Versöhnung geschehen

zwischen einem alten

und einem neuen Weg

in bewußter Offenheit

gewagter Ehrlichkeit

gewagter Ehrlichkeit

von Einsamkeit

 

 

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Copyright © Stern von Mykonos 2000

 
 
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