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Das rote Horn Quelle:
Magdeburger Heimatgeschichte (Hg. Manfred Rolle)
Salzige Quelle sprudelte aus dem Grab hervor Wie der Rotehornpark zu seinem Namen gekommen sein soll, beschreibt diese Sage.
Vor vielen tausend Jahren stand in Buckau eine Burg, die zum Schutze der Wenden erbaut wurde. Der Burgherr war ein Ritter namens Willfried, der manche Schlacht siegreich geschlagen hatte. Zur Jagd zog er über die Elbe, wo große Wälder waren. Einmal, von der Jagd müde geworden, legte er sich ins hohe Gras und schlief bald ein. Von einer lieblichen Musik, die von der Elbe herüberklang, wachte er auf. Auf der elbe sah er einen prächtigen Schwan, der einen Nachen zog.
Jungfrau trug ein korallenrotes Horn In diesem saß eine wunderschöne Jungfrau mit allerlei Blumen im Haar. In der Hand hielt sie eine Leier, der sie wunderbare Melodien entlockte. An ihrer Seite hing ein korallenrotes Horn. Der Ritter wandte keinen Blick von der schönen Gestalt. Da winkte die Jungfrau den Ritter zu sich in ihr Boot. Sie erzählte ihm, dass sie elwine hieße und die Beherrscherin der Elbe sei. Ihn aber, den stolzen Ritter, habe sie zu ihrem Gemahl auserkoren. Wenn er ihr treu bliebe und niemals danach forschen würde, was sie heimlich trieb, dann wollten sie wohl glücklich sein und zusammen in ihrem Schlosse wohnen. Willfried versprach das alles auch aus ganzem Herzen. Als die Nacht sich niedersenkte und der Mond golden am Himmel stand, belebten Elfen und Nixen die Uferwiesen der Elbe. Nun hieß es für heute Abschied nehmen. Elwine geleitete ihren Ritter bis zu seinem Boot. Darauf stieß sie in das korallenrote Horn, worauf sogleich der Schwan mit dem Nachen daherkam, in dem elwine einstieg und davon fuhr. Der Ritter brach seinen Schwur Von nun an weilte Willfried oft bei Elwine in ihrem Schloss. Beide waren sehr glücklich miteinander. Doch bald schon keimte in dem jungen Ritter das Misstrauen. Elwine erwartete den Besuch ihrer drei Schwestern, die Beherrscherinnen der Saale, Unstrut und Elster. Da sie etwas Wichtiges zu besprechen hatte, durfte kein Sterblicher zugegen sein. Deshalb bat Elwine ihren Ritter, heute nicht zu ihr zu kommen. Willfried versprach das auch, fuhr aber dennoch hinüber ans andere Elbufer, weil er glaubte, Elwine habe ihn belogen und treffen sich mit einem anderen Ritter. Als Willfried an die Stelle kam, wo die Schwestern saßen, erkannte er, dass er Elwine Unrecht getan hatte und wollte sich lautlos davonmachen. Dabei knackte ein Zweig unter seinen Füßen. Die Wasserköniginnen schreckten auf und erkannten Wilfried. Elwine stieß einen furchtbaren Schrei aus. Ein greller Blitzstrahl schlug vor dem Ritter ein. Die Königinnen aber waren verschwunden. So viel Willfried auch jammerte, Elwine blieb für immer verschwunden. An der Stelle aber, wo er so oft mit Elwine gesessen hatte, fand er ihr rotes Horn, das sie zurückgelassen hatte. Willfried ist nie wieder froh geworden. Das rote Horn trug er stets an seiner Seite. Oft fuhr er zu der Insel hinüber, wo er mit Elwine glückliche Stunden verbracht hatte. Dort ließ er sich ein Haus bauen und über der Tür ein Wappen anbringen, das ein rotes Horn zeigte. Elwine blieb für immer verschwunden Als Wilfried starb, wurde sein Grab stets mit frischen Blumen geschmückt, bis es eines Tages ganz verschwunden war. An der Stelle aber, wo sein Grab gelegen war, sprudelte eine salzige Quelle hervor, wie man sie heute noch im Rotehornpark sehen kann. Als Salzquelle ist sie den Magdeburgern bekannt.
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