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Das Loch in der Dom-Decke Der Teufel und das Gitter vor der Ernst-Kalle
Quelle:
Magdeburger Heimatgeschichte (Hg. Manfred Rolle)
Altstadt. Wenn man von der Nordseite den Dom betritt, sieht man zwischen den beiden Türmen eine Vorhalle mit darüberliegender Empore. Diese Vorhalle hatte Erzbischoff Ernst von Wettin (1476 1513) als Grabkapelle vorgesehen. Sie wird auch Ernst-Kapelle genannt. Hier steht heute ein kunstvoller Metallsarg und ein Denkmal des Erzbischofs Ernst, das von Peter Fischer aus Nürnberg gefertigt wurde. Die Kapelle ist durch ein kunstreiches Gitter verschlossen. Die Eingangspforte an der Westseite ist stets geschlossen. Sie wird nur zu ganz besonderen Anlässen geöffnet. Bischof Ernst von Wettin bestimmte die Vorhalle zu einer künftigen Grabkapelle. Schon zu seinen Lebzeiten ließ er hier ein prächtiges Grabdenkmal aufstellen und wollte die Kapelle durch ein kunstvolles Gitter vom übrigen Dom abtrennen. Bald war ein Magdeburger Schlossermeister gefunden, der die Arbeit übernahm. Der Erzbischof stellte dem Meister nur eine kurze Frist zur Herstellung dieses Gitters. Der Meister arbeitete Tag und Nacht, aber es wollte einfach nicht vorangehen. Eines Tages trat ein kecker Schlossergeselle in die Werkstatt des Meisters und fragte, was er da wohl anfertige. Der Schlossermeister erzählte ihm von dem Auftrag des Erzbischofs und klagte, er komme mit der Arbeit einfach nicht voran. "Nichts leichter als das", sprach der Geselle und fragte, ob er dem Meister bei seiner Arbeit helfen dürfte. Der Meister willigte sofort ein. "In sieben Tagen ist das Gitter fertig!", sagte der Geselle. Der Meister müsse aber noch sieben Schrauben herstellen und sie dann an die richtigen Stellen des Gitters ansetzen. "Halt!" Noch eins!" rief der Geselle, der in Wirklichkeit kein anderer war als der Teufel. "Wenn du die Schrauben falsch einsetzt. Hast du dein Leben verwirkt und deine Seele ist mein!" Auch darauf ging der Meister ein und fertigte sogleich die gewünschten sieben Schrauben. Tatsächlich war das Gitter nach sieben Tagen fertig und auch der Meister hatte seine Schrauben angefertigt. Nun wurde das Gitter im Dom aufgestellt. Der Erzbischof, die Domherren und viel Volk waren dabei, um das kunstvolle Gitter zu bestaunen. Da trat der Geselle hervor, rüttelte an dem Gitter und brachte das schöne Kunstwerk zum Einsturz. Der Meister war entsetzt. Der Teufel griff noch einmal in das Gitterwerk und siehe, es war wieder aufgerichtet. Der Teufel rief dem Erzbischof zu: "Lasst nur die eine Schraube hier anders einfügen und niemand wird das Gitter jemals auseinanderbringen!", sprachs, griff den Schlossermeister am Genick und flog mit ihm durch die Decke davon. Der Erzbischof ließ nun die Schraube einfügen und niemand war seitddem in der Lage, das Gitter auseinanderzunehmen. Das Loch in der Decke, wo der Teufel mit dem Meister davonflog, ist noch heute vorhanden. Eine Falltür verdeckt das Ganze. (nacherzählt von Manfred Rolle) |