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Aktuelle Informationen zum Jahrhunderthochwasser aus Magdeburg

Chronologie

 

 

 

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Chronologie

Magdeburg

Seit mehr als einer Woche bahnen sich die zerstörerischen Fluten des Jahrhunderthochwassers ihren Weg durch Deutschland. Mit ungewöhnlich heftigen Regenfällen in weiten Teilen Europas hatte sich die Sommerflut bereits im Juli angekündigt. In Nieder- und Oberösterreich sowie in Tschechien nahm die Katastrophe in der zweiten Augustwoche ihren Anfang. Danach verschärfte sich die Situation in Bayern und Ostdeutschland dramatisch. Mittlerweile rollt die Flutwelle auf die nördlichen Bundesländer zu. Eine Chronologie der Jahrhundertflut in Deutschland:

Montag, 12. August:

In Sachsen spitzt sich die Hochwasser-Lage gefährlich zu. Im Erzgebirge und in Dresden wird Katastrophenalarm ausgelöst. Nach einem Dammbruch bei Glashütte müssen eingeschlossene Menschen mit Hubschraubern gerettet werden. Mehrere Menschen stürzen in die Müglitz und werden seitdem vermisst. Auf Passau rollt eine Flutwelle zu. In Teilen Tschechiens ruft die Regierung den Notstand aus. Auch Teile von Prag werden überschwemmt.

Dienstag, 13. August:

Die Sommerflut nimmt historische Ausmaße an. Die Zahl der Todesopfer in Europa steigt auf mindestens 80. In Sachsen sind mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Im Passau stemmen sich hunderte Helfer gegen das schlimmste Hochwasser seit 48 Jahren. In Österreich und Tschechien versinken ganze Landstriche in den Wassermassen. Teile Prags werden evakuiert.

Mittwoch, 14. August:

In Bayern wird Regensburg von einer riesigen Flutwelle erfasst. Zehntausende Menschen kämpfen gleichzeitig in Dresden gegen Überschwemmungen. Die Zahl der Toten in Sachsen steigt auf acht, auch in Baden-Württemberg ertrinkt ein Mann. In Sachsen-Anhalt überschwemmt im Landkreis Bitterfeld die Mulde mehrere Orte. In Prag müssen weitere Stadtteile geräumt werden, die historische Altstadt bleibt von den Wassermassen indes verschont. In Österreich beginnen zehntausende Helfer mit den Aufräumarbeiten.

Donnerstag, 15. August:

Dresden wird von einer zweiten, riesigen Hochwasser-Welle überflutet. Dort und in Pirna werden Wohnhäuser geräumt und Museen gesichert. In Tschechien stehen Teile des Chemiewerks Spolana in der Nähe von Usti nad Labem (Aussig) unter Wasser. Im Raum Regensburg und Passau entspannt sich die Lage langsam.

Freitag, 16. August:

Am frühen Morgen überschreitet die Elbe in Dresden den historischen Höchststand von 8,77 Metern aus dem Jahr 1845. Mehrere historische Gebäude werden überflutet. Die Zahl der Todesopfer steigt bundesweit auf elf.

Samstag, 17. August:

In Dresden beginnt die Elbe beim Höchststand von 9,40 Metern zu sinken - normal sind rund 2 Meter. Dagegen verlieren die Einwohner des Chemiezentrums Bitterfeld den Kampf gegen die Fluten, das Wasser dringt in die Innenstadt ein. In Tschechien beginnt sich die Lage zu entspannen. In Bayern wird der letzte noch bestehende Katastrophenalarm in Passau aufgehoben.

Sonntag, 18. August:

Die Zahl der Todesopfer erhöht sich auf 13. Im evakuierten Torgau in Sachsen gibt der Deich nach. Im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt, wo 40 000 Menschen in Sicherheit gebracht werden mussten, strömt die Flut nach einem Dammbruch ungebremst auf mehrere Ortschaften zu. In Dessau kann ein Deich an der Mulde nicht gehalten werden. Bundeskanzler Gerhard Schröder trifft sich mit seinen Amtskollegen aus Österreich, Tschechien und der Slowakei sowie EU-Kommissionspräsident Romano Prodi zu einem Hochwassergipfel.

Montag, 19. August:

Die Flutwelle erreicht Norddeutschland, die Pegel steigen schneller als erwartet. In Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden Schutzdeiche mit mehr als einer Million Sandsäcke verstärkt. Am Mittellauf der Elbe bleibt die Lage teilweise kritisch: Allein im Landkreis Wittenberg in Sachsen- Anhalt meldet der Krisenstab sieben Dammbrüche. Die Zahl der Toten in Sachsen steigt auf mindestens 15, bundesweit auf 16. Das Bundeskabinett beschließt die Verschiebung der zweiten Stufe der Steuerreform von 2003 auf 2004 und löst damit eine kontroverse Debatte aus.

Dienstag, 20. August:

Der Scheitel des Hochwassers verlagert sich ins nördliche Sachsen-Anhalt und südliche Brandenburg, während sich in Sachsen die Lage entspannt. In Sachsen-Anhalt bricht am Elbe- Umflutkanal östlich von Magdeburg der Deich. Mehrere Dörfer werden evakuiert. Dagegen dürfen die Menschen in einigen Orten des Landkreises Bitterfeld in ihre Wohnungen zurück, ebenso im südbrandenburgischen Mühlberg. Im Kreis Prignitz wird Katastrophenalarm ausgelöst. Schwerpunkt der Hochwasserabwehr in Brandenburg ist Wittenberge. Anwohner der Havel müssen sich auf das schlimmste Hochwasser seit 1940 einstellen. Im Amt Neuhaus in Niedersachsen werden Evakuierungen vorbereitet.

 

Wird auch Magdeburg von dem Hochwasser bedroht?

 

tern von Mykonos 20. August 2002